Antifa-Spaziergang in Ludwigshafen

Antifa Mannheim - Ludwigshafen Am Samstagnachmittag, dem 15.März 2008 führten etwa 30 AntifaschistInnen einen Antifa-Spaziergang in Ludwigshafen durch. Ziel war die öffentliche Thematisierung rechter Strukturen und Ideologie sowie das Entfernen bzw. Überkleben von Nazi-Propaganda. Der Spaziergang führte durch die Innenstadt und den Stadtteil Süd, wo hunderte Flugblätter verteilt und Nazi-Aufkleber und Schmierereien überklebt wurden. Der Stadtteil Süd ist besonders beliebt bei Nazis, die dort teilweise wohnen und sich in rechtsoffenen Kneipen treffen.

Ludwigshafen gilt als rechte Hochburg in der Rhein-Neckar-Region. Immer wieder kommt es zu Übergriffen von Nazis und RassistInnen. Die Kameradschaften um das “Aktionsbüro Rhein-Neckar”, die NPD, die Republilkaner und andere Nazi-Zusammenhänge sind dort aktiv. In der Stadt wohnen bundesweit relevante Nazi-Kader wie Matthias Herrmann, führendes Mitglied des Aktionsbüros, und Malte Redeker, Unternehmer in Sachen Nazi-Rock-Musik und Betreiber des Internetversandes “Gjallarhorn Klangschmiede”. Das Stadtbild ist geprägt von rassistischen Aufklebern und Parolen. Vor einigen Wochen stand die Ludwigshafener Nazi-Szene bundesweit in der Öffentlichkeit, als bei einem Brand in einem ausschließlich von MigrantInnen bewohnten Haus neun Menschen starben. Die Brandursache ist bis heute ungeklärt und wird es vermutlich auch bleiben.

Antifa-Spaziergänge sind eine Aktionsform, die AntifaschistInnen besonders in der Rhein-Neckar-Region als Alternative zu angemeldeten Demonstrationen oder Kundgebungen sehen. In Grünstadt fand 2007 ein Spaziergang statt, der für aufgeheizte öffentliche Diskussionen sorgte. In Ludwigshafen kostet die Anmeldung einer Versammlung ca. 80 Euro Verwaltungsgebühren. Darüber hinaus kam es in der jüngeren Vergangenheit zu skandalösen Strafbefehlen gegen AnmelderInnen, denen Verstöße gegen Auflagen durch die TeilnehmerInnen vorgeworfen wurden (so z.B. in Karlsruhe und Pforzheim). Zudem kommt es immer wieder zu Kontrollen und Schikanen durch die Polizei. In Ludwigshafen wurden wiederholt TeilnehmerInnen bei antifaschistischen Veranstaltung kontrolliert, verhaftet und verprügelt. Sich bewusst staatlicher Kontrolle zu entziehen ist daher die logische Folgerung.

Die TeilnehmerInnen sahen den Spaziergang als Erfolg: “Immer wieder kleine Aktionen machen, die Nazis ins Licht der Öffentlichkeit zerren und sich dabei nicht auf Spielchen mit den Bullen einlassen. Das muss Teil einer kontinuierlichen Antifa-Politik sein“, kommentierte eine Teilnehmerin.

Quelle bei Indymedia 

~ von MedienGuerilla am März 16, 2008.

Eine Antwort to “Antifa-Spaziergang in Ludwigshafen”

  1. Tja und schon wurde meine etwas hart Formulierte Stellungsnahme bezüglich meiner Frage - Warum ich gemieden werde von der Antifa auf Indymedia gelöscht.

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